Die Softwareauswahl bei Fotobüchern


Die Softwareauswahl bei Fotobüchern

Die Software zur Erstellung des Fotobuches ist wesentlich für den Erfolg und den Spaß Ihres Fotobuch-Projektes. Die meisten Fotobuch-Dienstleister bieten ein kostenloses Programm an. Oft muss sogar dieses verwendet werden. Allerdings verfügen nicht alle über alle wünschenswerten Funktionen. Wir zeigen Ihnen in diesem Teil, wie die Software sich unterscheidet und auf welche Funktionen Sie achten müssen.

So unterscheidet sich die Fotobuch-Software der Hersteller

Generell ist die Software von Anbieter zu Anbieter recht unterschiedlich. Man merkt, dass der Markt noch relativ jung ist und sich noch kein einheitliches Erscheinungsbild herauskristallisiert hat wie es etwa im Bereich der Textverarbeitung der Fall ist.
Auch unterscheidet sich der Funktionsumfang noch deutlich. Bei einigen Dienstleistern sind etwa umfangreiche Rahmeneffekte verfügbar, bei anderen fast gar keine. Dafür ist es beim einen möglich, Texttransparenz einzusetzen, beim anderen nicht. Deshalb gehört zur Anbieterauswahl auch ein Blick auf die Möglichkeiten der Software.

Die meisten Dienstleister stellen zwei Varianten der Erstellung bereit: zum einen eine eigenständige Software und zum anderen eine Online-Anwendung. Manche Anbieter ermöglichen auch beides. Einige wenige erlauben auch die Verwendung anderer Programme.

Eigenständiges Programm oder per Fotobuch Online Assistent

Für größere Projekte ist die eigenständige Software in der Regel die bessere Wahl, da sich so bei der Erstellung zügiger arbeiten lässt und man mehr Kontrolle über die gesicherten Zwischenstände hat. Auch kann man nach längerer Zeit noch mal nachbestellen, während die Online-Buchprojekte meist nach einigen Monaten gelöscht werden. Wer eine langsame Internet-Verbindung hat, sollte ebenfalls zur Software greifen, denn bei vielen Anbietern ist es damit möglich, eine CD zum Postversand zu erstellen. Allerdings auch nicht bei allen. Bei langsamer oder fehlender Internet-Verbindung ist dies also vorher zu prüfen.

Bei der Fotobuch Online Editor Variante müssen oft zuerst die Fotos hochgeladen werden, so dass man unter Umständen ziemlich lange warten muss, bis man mit der Gestaltung des Buches beginnen kann.  Allerdings muss bei der Online-Varianten keine Installation erfolgen.

Das Vorgehen hat auch den Vorteil Betriebssystem-unabhängig zu sein. Bei der Software dagegen ist leider nicht bei allen Herstellern selbstverständlich, dass sie für verschiedene Betriebssysteme verfügbar ist. Selbst Mac-Varianten sind nicht die Regel, von Linux ganz zu schweigen. Positiv fallen die großen Anbieter wie Cewe und myphotobook mit einem Angebot für alle Betriebssysteme auf. Allerdings sehen die PC- und Mac-Varianten manchmal unterschiedlich aus. Noch eingeschränkter wird die Auswahl, wenn an einem Buch mit verschiedenen Betriebssystemen gearbeitet werden soll, etwa, wenn tagsüber auf der Arbeit mit einem Mac gearbeitet wird und abends zuhause mit Linux. Hier bieten Dienstleister wie Blurb oder CEWE die Möglichkeit, die Buchdateien direkt zwischen Windows und Macintosh auszutauschen, bei CEWE sogar noch mit Linux.
 
Generell ist die Übertragbarkeit von Buchprojekten unterschiedlich. Bei den meisten Anbietern können eigene Speicherorte auf der Festplatte gewählt werden, so dass Buchprojekte auch leicht auf USB-Sticks kopiert und mitgenommen werden können. Bei einigen Fotobuch-Herstellern wie etwa myphotobook ist allerdings ein vorgegebener Ordner zu verwenden, der nicht geändert werden kann. Dort können auch nur alle Buchprojekte und nicht ein einzelnes kopiert werden.

Sehr unterschiedlich sind auch die angebotenen Funktionen innerhalb der Programme.

Assistenten und Auto-Layouts

Ein für Einsteiger wichtiges Kriterium ist, ob es einen Assistenten gibt, der Schritt für Schritt durch die Erstellung des Buches begleitet. Mit zunehmender Layout-Erfahrung wird diese Funktion meist jedoch nicht mehr in Anspruch genommen. Als Unterstützung gibt es außerdem von einigen Anbietern schon fertige Buchvorlagen für Anlässe wie Urlaub, Hochzeit oder Baby, die entsprechende Hintergründe und ClipArts enthalten.

Assistent für Fotobucherstellung

VorlagenauswahlWährend Fortgeschrittene Anwender Assistenten und Buchfertigvorlagen meist nicht nutzen, sind Layoutvorlagen auch für Fotobuch-Profis eine Hilfe. In diesen Layoutvorlagen ist die Anordnung der Bild- und Textelemente auf der Seite gespeichert. (siehe Bild links) Mit einem Mausklick können sie auf eine (Doppel)seite angewendet werden. Sie beschleunigen die Bucherstellung deutlich, da nicht jeder Bild- und Textrahmen manuell angelegt werden muss. Die Anzahl und Qualität der mitgelieferten Layoutvorlagen unterscheiden sich zwischen den Anbietern stark. Bei einigen Anbietern können sogar Vorlagen aus dem Internet nachgeladen werden.

Layoutvorlagen lassen sich bei Bedarf leicht für die jeweilige Seite abändern. Bei guten Programmen können eigene Seitenvorlagen angelegt und gespeichert werden. Eine Arbeitserleichterung für alle, die häufig Bücher anlegen, sind auch Formatvorlagen für Schriften. Über diese verfügen allerdings nur die wenigsten Anbieter, etwa Blurb. Auch Seitenzahlen, die automatisch durchgezählt werden, sind kein allgemeiner Standard.

Bildbearbeitungs-Möglichkeiten

Für die Einbindung der Bilder bieten einige Programme wie etwa das von myphotobook oder Blurb den direkten Download von Online-Diensten wie Picasa oder Flickr an. So können recht leicht auch Bilder von anderen ins Buch integriert werden.
Neben dem Einfügen von Bildern werden meist noch Funktionen zur Bildbearbeitung benötigt. Dabei ermöglichen die allermeisten Programme den Beschnitt von Fots und leichte Veränderungen wie das Drehen. Einige Programme bieten auch eigene Bild-Editoren an, in denen kleine Bearbeitungen wie Aufhellen oder Kontraststeigerung vorgenommen werden können.

Fotobuch Bildeditor

Dies ist jedoch allenfalls zu empfehlen, wenn kein Bildbearbeitungsprogramm zur Hand ist oder beherrscht wird. Ansonsten führt die Ooptimierung der Fotos in Bildbearbeitungsprogramm wie etwa Photoshop oder Lightroom zu deutlich besseren Ergebnissen. Wer seine Fotos selbst intensiv bearbeitet, sollte übrigens darauf achten, ob der Hersteller mit einer automatischen Bildkorrektur seiner Druckmaschinen arbeitet. Wenn dies der Fall ist, sollte diese in der Fotobuch-Software abschaltbar sein – idealerweise wahlweise für das ganze Buch oder für individuelle Bilder.

Kleine Effekte wie etwa die Umwandlung in Schwarz-Weiß oder Sepia beherrschen jedoch auch die Fotobuch-Programme erstaunlich gut. Aber auch in diesem Fall empfiehlt sich für den ambitionierten Fotobuch-Gestalter eher die Bildbearbeitung im spezialisierten Programm, da z.B. in Lightroom oder Photoshop für die Schwarz-Weiß-Umwandlung auf die Farbkanäle separat Einfluss genommen werden kann. Solche ausgefeilten Funktionen lassen Fotobuch-Programme erwartungsgemäß vermissen. Interessanterweise gibt es jedoch bei einigen mittlerweile schon eine Auswahl an Effekt-Filtern – etwa das „Verwirbeln“ der Motive oder Malereieffekte.

Rahmen und Seitenhintergründe

Interessant sind für die meisten Fotobücher die Möglichkeiten in der Gestaltung von Bildumrandungen (in der Regel „Rahmen“ genannt). Hier sind die Programme sehr unterschiedlich – von puristischen Rahmeneffekten wie bei myphotobook bis hin zu einer umfangreichen Palette bei CEWE und fotobuch.de, die sogar online erweitert werden kann.

Fotobuchseite Rahmeneffekte

Ähnliches gilt auch für Seitenhintergründe. Hier liefern die meisten Anbieter eine Reihe von vorgefertigten Fotos und Mustern mit. Bei einigen können auch hierfür weitere Muster und Bilder aus dem Internet nachgeladen werden. Alternativ können monochrome Farben für den Hintergrund gewählt werden. Bei einigen Dienstleistern wie CEWE steht dafür die freie Farbwahl des Betriebssystems zur Verfügung, so dass im Prinzip jede beliebige Farbe ausgewählt werden kann. Bei anderen Anbietern wie myphotobook ist die Farbauswahl auf eine Reihe von wenigen vorgegebenen Farben reduziert.

Textgestaltung mit der Fotobuch-Software

Ähnliches gilt für die verwendbaren Schriften. Hier gibt es bei einigen Anbietern wie myphotobook eine Auswahl von mitgelieferten Schriften, die verwendet werden müssen. Dies ist praktisch, wenn man selbst keine große Auswahl an Schmuckschriften installiert hat und keine im Internet suchen möchte. Bei anderen Anbietern wie CEWE und FUJIFILM können die eigenen Schriften genutzt werden und damit eine beliebige Fülle. Dies ist besonders dann wichtig, wenn vorgegebene Firmen- oder Lieblingsschriften verwendet werden sollen.
Bei der Schriftgestaltung gibt es ansonsten bei allen Anbietern die üblichen Möglichkeiten die Schriftart, -größe und den Schriftschnitt (fett, kursiv, unterstrichen) zu bestimmen. Bei der Maximalgröße gibt es aber deutliche Unterschiede. Hier hören einige schon mit weniger als 100 Punkt auf, andere gehen bis 300 Punkt. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn einzelne Buchstaben als Zierelemente verwendet werden sollen.

Auch bei den Schriftfarben gibt es wieder den von den Hintergründen schon bekannten Unterschied, dass bei einigen Anbietern nur wenige vorgegebene Farben verwendet werden können und bei anderen aus der ganzen Farbpalette gewählt werden kann. Ähnliches gilt auch für den Hintergrund von Textrahmen: Bei den meisten Anbietern ist hier eine farbige Gestaltung möglich, aber nicht bei allen in allen Farben. Eine sehr hübsche, aber nur sehr selten verfügbare Option ist die Möglichkeit, die Deckkraft für die Hintergrundfarbe zu reduzieren. So werden teiltransparente Kästen möglich.

Fotobuch Texteffekte

Sehr unterschiedlich ist auch, ob es möglich ist, einen Schriftzug transparent anzulegen: Bei einigen ist dies stufenlos und sogar mit Kontur möglich. Ganz ausgefeilt ist der Designer von fotobuch.de, wo sogar ein Bild in den Schriftzug gelegt werden kann.
Für Texte ist weiterhin wichtig, ob diese aus Textverarbeitungsprogrammen wie Word importiert werden können. Dies ist leider nicht bei allen Programmen Standard. Oft funktioniert es aber, über „Kopieren“ (STRG und C bzw. Apfel und C und „Einfügen“ (STRG und V bzw. Apfel und C) Texte zu übernehmen.

Grafische Elemente

Schließlich ist ein großer Unterschied der Programme noch, ob zur weiteren Gestaltung einer Seite neben Bildern und Texten grafische Elemente wie etwa farbige Kästen eingesetzt werden können. Hierzu muss die Software entweder über eine spezielle Funktion verfügen oder es erlauben, leere Bild- oder Textrahmen anzulegen und diese mit einem farbigen Hintergrund zu versehen. Dies ist z.B. bei myphotobook und Genialdigital möglich.

Grafische Formen

Zusammenfassung

Die Programme der Fotobuch Hersteller bieten sehr unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung und unterscheiden sich auch in der Benutzerfreundlichkeit stark. Wenn Sie bestimmte Sonderwünsche bei der Gestaltungen haben, wie etwa die Verwendung einer speziellen Schrift, sollten Sie vorher prüfen, ob Ihr Wunschanbieter diese ermöglicht. Am besten probieren Sie die Software eines neuen Anbieters zunächst mit einem kleinen Buchprojekt aus.

Checkliste Software-Möglichkeiten

  • Assistent für die Bucherstellung
  • Vorlagen für Themen-Fotobücher
  • Auswahl schöner Auto-Layouts
  • ansprechende mitgelieferte Hintergrundmuster/-bilder
  • freie Wahl der Hintergrundfarben
  • Möglichkeit zur einfachen Bildbearbeitung in der Software
  • Auswahl ansprechender Rahmeneffekte (Farbe, Form)
  • Möglichkeit zur Verwendung leerer Rahmen als grafische Elemente
  • Transparenz für Objekte
  • Transparenz Schrift
  • Anzahl und Vielfalt mitgelieferte Schriften oder Verwendung eigener Schriften
  • Möglichkeit zum Importieren von Texten aus anderen Programmen
  • Formatvorlagen für Schriften
  • Speicherungsmöglichkeit eigener Layoutvorlagen
  • nachträgliche Änderbarkeit des Buchformates


Lesen Sie im nächsten Teil der Serie, mit welchen Programmen Sie unabhängig von der Software der Fotobuch-Dienstleister Ihre Werke gestalten können und welche Stolperfallen dabei zu beachten sind.

Autorin

Petra Vogt Petra Vogt

Petra Vogt arbeitet selbstständig als »Fotolotsin« in Hamburg und vermittelt die Faszination von Fotografie und speziell Fotobüchern - sei es in Kursen, Büchern oder Artikeln. Sie ist Autorin des Buches "Das eigene Fotobuch. Anbieter auswählen, hochwertig gestalten, erfolgreich publizieren", das im dpunkt-Verlag erschienen ist."

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