Der Blurb Fotobuch Test - Erfahrungen & Bewertung

Testbericht Das Blurb Fotobuch im Test - Ein Erfahrungsbericht

Blurb


Fazit

Der amerikanische Anbieter Blurb ist spezialisiert auf Fotobücher und bietet als Besonderheit neben dem Druck auch ein Verkaufsportal für die eigenen Werke. Zur Erstellung stehen gleich fünf verschiedene Wege zur Verfügung: zwei Software-Versionen, ein Online-Tool sowie die Integration in Lightroom und ein InDesign-PlugIn. Die Druckqualität ist gut, aber die Produktion dauert relativ lange. Auch die Portokosten sind deutlich höher als sonst üblich. Beim Service hinkt das Unternehmen ebenfalls hinter der deutschen Konkurrenz hinterher: Es wird nicht einmal eine telefonische Hotline geboten.

Verarbeitung

Software/Editor

Preis/Leistung

Service

Versandkosten

Lieferzeit

7,0
von 10

Anbieter besuchen
Alternative finden
Vorteile
  • Insgesamt fünf verschiedene Erstellungswege
  • Leinencover mit separatem Schutzumschlag möglich
  • Verschiedene Papiervarianten erhältlich
  • Das Layout kann auch als PDF hochgeladen werden und es wird sogar ein PlugIn für Adobe InDesign angeboten
  • Bestellung direkt aus der Bildverwaltungssoftware Adobe Lightroom ist möglich
  • Das eigene Werk kann über Blurb auch direkt zum Verkauf angeboten werden
  • Blurb-Logo kann wahlweise entfernt werden
Nachteile
  • Die Versandkosten liegen deutlich über dem sonst üblichen und haben sich seit unserem letzten Test deutlich erhöht
  • Entfernung des Logos kostet einen Aufpreis
  • Die Produktionszeit lag in diesem Test deutlich über dem letzten Test im Jahr 2012
  • Echtfotobücher und entsprechend auch eine Layflat-Bindung werden nicht angeboten
  • Die Vielfalt der möglichen Erstellungswege kann verwirrend sein
  • Viele Service-Extras wie etwa Videos stehen nur auf Englisch bereit, auch die neue Software BookWrigt war zum Testzeitpunkt nur in Englisch verfügbar
  • Keine telefonische Hotline
  • Keine der Software-Lösungen verfügt über die beliebten Aufhübschungs-Möglichkeiten mit Cliparts und Schmuck-Rahmen

Das Blurb Fotobuch im Test - Ein Erfahrungsbericht


Der amerikanische Fotobuch-Hersteller Blurb ist im Mutterland sehr bekannt und dort schon seit 2005 aktiv. Hierzulande bekam das Unternehmen vor allem durch die Integration in die Adobe-Software Lightroom Aufwind. Doch nicht nur dadurch hebt sich Blurb von anderen Fotobuch-Dienstleistern ab: Auch Magazine oder eBooks kann der Kunde herstellen und sogar über verschiedene Plattformen wie Amazon vertreiben lassen. Diese Option spricht vor allem Fotografen und Autoren an. Wir wollen testen, ob die Erstellung eines Fotobuches bei Blurb auch für den privaten Gebrauch geeignet ist.

Produktspektrum bei Blurb

Der Schwerpunkt von Blurb liegt klar bei Druckwerken: Bücher in verschiedenen Varianten sowie Zeitschriften oder sogar eBooks können geordert werden. Wandschmuck, Abzüge und Fotogeschenke wie sie die Fotoservices hierzulande im Programm haben, finden sich bei Blurb gar nicht. Als Besonderheit bieten die Kalifornier stattdessen einen „Bookstore“, bei dem man Werke von anderen Blurb-Autoren bestellen kann oder selbst eigene verkaufen. Auch über andere Plattformen wie Amazon und - für die E-Books auch Apples Appstore - können die eigenen Werke angeboten werden.

Fotobücher bei Blurb

Alle Fotobücher sind bei Blurb digital gedruckt. Die beliebten Echtfotobücher (zum Unterschied siehe unseren Beitrag „So wählen Sie das passende Druckverfahren für Fotobücher aus“) bietet Blurb nicht an. Bei den Größen reicht das Spektrum von 18 x 18 cm bis hin zu 33 x 28 cm. Eine Besonderheit bei Blurb ist, dass man gegen Aufpreis mehrere Papiervarianten für die Buchseiten wählen kann. Darunter ist etwa eine bei Künstlern beliebte ungestrichene Variante, die etwas an Aquarellpapier erinnert und einen besonderen Look erzeugt. Tipp: Bestellen Sie ein Musterkit (kostenpflichtig, aber der Betrag wird auf die nächste Bestellung angerechnet), um einen Eindruck der Papiersorten zu bekommen.

Bei Einband und Bindung kann man sich zwischen einem typischen Hardcover mit Klebebindung sowie einem Softcover (bei Blurb „Taschenbuch“ genannt) und sogar einem Magazin entscheiden. Mit Hilfe von passenden Layoutvorlagen kann so beispielsweise eine persönliche Zeitschrift erstellt werden.

Auf der Homepage von Blurb und später auch in der jeweiligen Software findet der Kunde eine Übersicht über die verschiedenen Buchformate und Preise. Praktisch ist der Preisrechner auf der Blurb-Homepage. Mehrfach-Bestellungen des gleichen Buches werden mit einem Mengenrabatt belohnt. Die Staffel reicht davon von 10% bei mehr als 10 Exemplaren bis hin zu 20% bei mehr als 100 bestellten Stück.

Fotobuch-Editor bei Blurb

Es gibt insgesamt fünf verschiedene Wege, auf denen der Kunde seine eigenen Werke erstellen kann:

  • mit der Software BookSmart (Windows/Mac), die schon seit 2007 angeboten wird
  • mit der neuen Software BookWright (Windows/Mac)
  • mit einem Online-Editor namens Bookify, der auch verschiedene Varianten etwa für Facebook- oder Instagram-Bücher bietet
  • über das „Buch“-Modul in Adobe Lightroom 
  • mit Hilfe eines PlugIns in der Layout-Software InDesign

Und wem das alles noch nicht reicht, der kann mit einem beliebigen Programm ein PDF erstellen und auch das bei Blurb zum Druck hochladen. Einerseits ist diese Vielfalt toll, denn so kann wirklich jeder sein Lieblingstool finden. Allerdings dürfte diese Auswahl für Viele auch verwirrend sein. Vor allem die Unterschiede zwischen der älteren Software BookSmart und dem Nachfolger BookWright erfordern eine genaue Auseinandersetzung mit dem Blurb-Angebot und dem eigenen Projekt, denn einige Buchtypen kann man jeweils nur in der einen oder anderen erstellen. Mit BookSmart kann man beispielsweise ein eigenes Notiz- oder Skizzenbuch mit persönlichen Fotos gestalten. Dies geht mit der BookWright Software jedoch nicht. Diese dagegen bietet dem Kunden die Möglichkeit, ein eigenes Magazin zu erstellen. Leider gibt es bei Blurb dazu keine bequeme Übersichtstabelle.

Neben dem Spektrum der angebotenen Buchtypen unterscheiden sich die beiden Programme in ihrer Herangehensweise. In BookSmart wählt man im Vorhinein ein entsprechendes Layout aus (z.B. Thema „Hochzeit“) und kann mit einem Assistenten erste Gestaltungsaspekte wie Layout und Stil des Fotobuches festlegen. Bei BookWright dagegen gibt es keinen Assistenten. Allerdings werden immerhin Tipps in der Software eingeblendet. Da diese Tipps jedoch auf Englisch sind, sind sie nicht für jeden hilfreich. Auch die Werkzeugleiste ist bei dieser Software komplett auf Englisch.

Gestaltungsmöglichkeiten bei Blurb

Für unseren Test haben mit der BookWright-Software gearbeitet, da sie deutlich moderner ist als BookSmart. Negativ aufgefallen ist uns beim Download, dass man schon nur zum Herunterladen des Programms einen Account bei Blurb anlegen muss.

Nach dem Start war sehr schnell auffällig: BookWright unterscheidet sich deutlich den Programmen anderer Anbieter. Immerhin ist der erste Schritt noch sehr ähnlich wie gewohnt, denn zunächst muss man sich im Programm für das gewünschte Format entscheiden.

Blurb Auswahl Formate ebooks

Anschließend startet man mit einem leeren Fotobuch. Einen Assistenten gibt es bei der BookWright-Software nicht.

Immerhin stehen zahlreiche Layoutvorlagen bereit. Alternativ kann man die Bilder auch einzeln einsetzen und so sein eigenes Layout kreieren.

blurb Start Layout

Dafür wählt man zunächst die Aufnahmen aus, die man in das Fotobuch einfügen möchte.

Blurb Bilder einfügen

Weitere Layoutvarianten können auf der Homepage von Blurb heruntergeladen werden.

Layoutvarianten Blurb Fotobuch

Um das Cover zu gestalten, wählt man in der Symbolleiste „Covers“ aus. Für die Titelgestaltung stehen drei verschiedene Layout-Möglichkeiten zur Auswahl. Wer ein Buch mit Schutzumschlag produzieren möchte, findet eine Spezialvariante, die auch die hinteren Einbandklappen enthält.

Blurb Cover

Um die Größe der Fotos zu varieren, wählt man zunächst ein Bild an und passt dieses mit einem Regler an. Mit Hilfe dieser Werkzeugleiste können die Bilder auch gespiegelt werden.

Blurb Bild anpassen

Hintergründe und Designs

Um den Hintergrund zu gestalten, wählt man in der Taskleiste „Background“ aus und kann so sein eigenes Bild aus Hintergrund auswählen.

Blurb Fotobücher Hintergrund

Vorgefertigte Hintergründe wie bei anderen Anbietern gibt es bei BookWright nicht. Allerdings kann ein Hintergrund auch farblich gestaltet werden. Hierzu klickt man in der oberen Symbolleiste „Edit“ an und wählt dann „Apply page color“. Der Hintergrund kann entweder für alle Seiten gleich gewählt werden und man gestaltet jede Seite individuell.

blurb Fotobuch Hintergrund Farbe

Bildbearbeitung

Eine Bildbearbeitungsmöglichkeit, wie viele andere Fotobuch-Programme sie mitbringen, gibt es bei der BookWright Software nicht. Einzig das Spiegeln und die Ausschnittvergrößerung sind wie oben gezeigt über die Toolbar direkt am Foto möglich.

Bilderrahmen, Cliparts und Masken

Die BookWright-Software bietet keine Schmuck-Rahmen, Cliparts oder Masken an. Wer es gerne verspielt mag, kann aber zu eigenen transparenten PNGs greifen (wer genauer wissen möchte, worum es sich dabei handelt und wie man diese selbst erzeugt, liest unseren Beitrag „Objekte freistellen – Verzierungen für Fotobücher“.

Textgestaltung bei Blurb

Um mit der BookWright-Software einen Text anzulegen, kann man entweder ein Layout mit einer bereits vorhandenen Textbox wählen oder man fügt individuell eine ein. Anschließend kann man in der unteren Werkzeugleiste den Text gestalten. Hier wählt man dann Format, Größe und Farbe aus.

blurb Textdatei

Vorschau und Kontrolle bei Blurb

Sobald ein Bild nur in einer schlechten Qualität und Auflösung gedruckt werden kann, zeigt die BookWright-Software dieses Problem mit einem kleinen Warnzeichen in der rechten oberen Ecke des Fotos an.

blurb Wanrhinweis

Eine weitere wichtige Kontrollfunktion sind die Beschnittränder, die Blurb schon während der Bearbeitung anzeigt. (Wer genauer wissen möchte, um was es sich dabei handelt, liest unseren Beitrag über Schlusskorrekturen bei Fotobüchern). So kann der Kunde vermeiden, wichtige Bild-oder Textinformationen über die roten Ränder hinaus zu platzieren.

Über diese Warnhinweise hinaus kann man auch sein gesamtes Fotobuch auf eventuelle Fehler überprüfen lassen. Dazu wählt man in der oberen Taskleiste „View“ an und geht dann auf „Warnings“.

Warnhinweise Blurb Fotobuch

Nun zeigt ein weiteres Fenster an, auf welchen Seiten sich Warnhinweise (z.B. schlechte Bildauflösung) finden. Gut finden wir, dass Blurb anbietet, das Problem automatisch zu beheben und zum Beispiel die Bilder entsprechend zu verkleinern.

Funktion warnings Blurb

Auf die nützliche „Warnings“-Funktion wird der Kunde allerdings nicht hingewiesen, so dass sich Fehler leichter einschleichen können als bei anderen Anbietern.

Bestellvorgang bei Blurb

Nachdem man sein Buch auf eventuelle Fehler überprüft hat, klickt man im Programm auf den Button „upload“.

Blurb Fotobuch Upload

Im nächsten Schritt meldet man sich an. Jetzt kann man das gewünschte Cover wählen und die Entscheidung treffen, ob auf dem Fotobuch ein Logo erscheinen soll oder nicht. Für das Entfernen des Logos wird jedoch ein Aufpreis fällig.

Fotobuch Blurb Logo Auswahl

Infomails und Lieferzeit bei Blurb

Nach der Bestellung sendet Blurb umgehend eine Bestätigungsmail. Leider enthält sie keinen Hinweis auf die voraussichtliche Lieferzeit. Die Blurb-Website gibt aber generell 7 bis 11 Tage an. Nach 10 Tagen erhalten wir dann auch eine Versandbestätigung. Das Buch selbst wurde dann nur einen Tag später von FedEx geliefert.

Transportsicherheit der Verpackung

Das Buch war gut verpackt: Ein stabiler Pappumschlag schützt die Bestellung. Darin ist das Werk noch in eine wiederverschließbare Plastikhülle eingepackt.

Material und Fotoqualität des Blurb-Fotobuches

Der erste Eindruck des Fotobuches ist gut: Der Schutzumschlag wirkt sehr professionell und der Leineneinband darunter hochwertig.

Blurb2015 Buchergebnis

Allerdings ist das Vorsatzpapier hinten am unteren Rand etwas zu stark verklebt, so dass sich beim Aufschlagen etwas Farbe ablöst:

Blurb Fotobuch 2015 Logodruck

Farbwiedergabe beim Blurb-Fotobuch

Die Farbwiedergabe ist sehr gut. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern fällt keine Abweichung ins warme oder kalte ins Auge.

Blurb Fotobücher 2015 Ergebnis Test

Schwarz-Weiß-Bilder beim Blurb-Fotobuch

Die Schwarz-Weiß-Wiedergabe ist gut ausgewogen: Die Schwärzen sind satt, aber dennoch ist die Tonwertabstufung gut. Der Grauton hat eine Tendenz ins Grünliche.

Fotobuch Blurb 2015 Buchergebnis

Textwiedergabe bei Blurb-Fotobuch

Die Textwiedergabe entspricht dem üblichen Bild bei Digitaldrucken: Selbst in kleinen Punktgrößen kann man die Schrift noch gut lesen. Allerdings sieht man dann bei Blurb auch recht deutlich das Raster.

Blurb 2015 Textwiedergabe Raster 

Logo und Barcode beim Blurb-Fotobuch

Bei Logo und Barcode bietet Blurb die Wahl: Das Logo kann gegen einen Aufpreis entfernt werden, der Barcode ist als leicht entfernbarer Aufkleber angebracht.

Blurb Barcode Aufkleber 

Die Logo-Entfernung kostet interessanterweise je nach Buchtyp und Größe unterschiedlich viel. In unserer Stichprobe lag der Preis zwischen rund 3,25 Euro und 12,50 Euro. Wer sich diesen Aufpreis sparen möchte, muss ein Blurb-Logo auf der letzten Seite in Kauf nehmen, das bei unserem Testbuch in 18 x 18cm mit etwa 1,5 x 1,5 cm recht unauffällig ist.

Blurb 2015 Buchergebnis Logodruck

Service bei Blurb

Eine Kundenhotline gibt es bei Blurb nicht. Fragen können entweder in einem Kontaktformular auf der Blurb Homepage gestellt werden oder man nutzt die umfangreichen FAQ’s. Leider sind diese zum größten Teil auf Englisch. Das Forum bei Blurb bietet dem Kunden zwar Hilfestellung, allerdings ebenfalls nur in englischer Sprache.

Es lohnt sich auf der Blurb-Homepage vorbeizuschauen. Ein „Inspirationscenter“ bietet dem Kunden abwechslungsreiche Möglichkeiten z.B. Schreibblockaden zu überwinden oder ein Thema für ein Fotobuch zu finden.

Blurb Ideengenerator

Preis-Leistungsverhältnis bei Blurb

Unter dem Strich ist das Fotobuch sehr gut geworden. Der Preis von 24,63 € für das Buch selbst liegt tendeziell im unteren Bereich der Markenhersteller. Allerdings ist der direkte Vergleich etwas schwierig, weil das Format 18x18cm nicht sehr verbreitet ist. Hierzulande ist eher 20x20cm bzw. 20,5 x 20,5 üblich. Bei CEWE wären für ein solches Buch mit 42 Seiten 44,43 Euro zu zahlen gewesen, beim Discounter Lidl-Foto nur 20,15 Euro. Die deutlichen Unterschiede zu anderen Markenanbietern entstehen vor allem durch die bei Blurb deutlich preisgünstigeren Zusatzseiten. Bei einer geringen Seitenzahl von 24 Seiten sin des bei CEWE zum Beispiel auch nur 24,95 Euro im Vergleich zu 22,08 Euro bei Blurb.

Die Versandkosten liegen bei Blurb allerdings mit 8,99 deutlich über den sonst üblichen maximal 5 Euro. Discounter Lidl verlangt sogar nur 2,95 Euro. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dennoch insgesamt sehr gut.

Autorin

Petra Vogt

Petra Vogt arbeitet selbstständig als »Fotolotsin« in Hamburg und vermittelt die Faszination von Fotografie und speziell Fotobüchern - sei es in Kursen, Büchern oder Artikeln. Sie ist Autorin des Buches "Das eigene Fotobuch. Anbieter auswählen, hochwertig gestalten, erfolgreich publizieren", das im dpunkt-Verlag erschienen ist."

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